Aufstellungsarbeit

Bert Hellinger entwickelte vor mehr als 30 Jahren die Familienaufstellung. Er sagt, dass der persönliche Stand in der Familie fundamental ist für den Menschen.
Durch seine eigene Arbeit mit hunderten von Familiensystemen entdeckte er, dass die Anerkennung der Liebe, die in den Familien fließt, die Menschen tief beeinflusst und ihr Denken, Fühlen und Handeln prägt.

In der Familienaufstellung wählt der Anliegensteller nach dem Gespräch mit dem Leiter unter den anwesenden Personen Repräsentanten für sich und seine Familien- oder Teammitglieder entsprechend seiner Frage. Diese platziert der Aufstellende nun jeweils intuitiv im Raum. Aufgrund der sich daraufhin entwickelnden psychischen Dynamik fühlen die so gestellten Stellvertreter sich nach einer Zeit der Sammlung in der Regel so wie die von ihnen repräsentierten Personen.

Dieses Phänomen beruht u. a. auf der Wirkung von morphogenetischen Feldern, wie sie der englische Biologe Ruppert Sheldrake beschrieben hat.

Die gestellten Personen (Stellvertreter) übernehmen während der Aufstellung die Gefühle und Verhaltensweisen der echten Personen, d.h. in diesem Fall der Familienmitglieder oder bei Organisationsaufstellungen der Mitarbeiter etc.

Krankmachende Verstrickungen werden in der Familienaufstellung durch die jetzt stattfindende Prozessarbeit in heilsame Lösungen gewandelt. Mit Begleitung des Therapeuten ermöglichen solche Einsichten für die Aufsteller erleichternde und lösende neue Haltungen und Positionen im weiteren Leben.

Grundlage der Aufstellungsarbeit ist, dass wir hier eine Überlebensstrategie sichtbar machen. Überlebensstrategien sind dazu angelegt, die Familie bzw. den Clan zu erhalten.
Das Überleben der Familie wird z.B. durch gegenseitiges Abnehmen bzw. Übernehmen von emotionalen Belastungen, Ausgleichen im Sinne von Geben und Nehmen und das Nachleben von Verhalten mit dem Zweck die Zugehörigkeit zu sichern.

Die archaische Grundlage heißt: „die Gruppe muss überleben.“ Dazu gehört ihr Zusammenhalt und erst an zweiter Stelle steht daher das Überleben des Individuums.
Die Einzelseele entwickelt sich aus der Gruppenseele: Von der Symbiose zur Individualität. Individuelle Entwicklung ist leichter möglich, wenn das Gruppenüberleben gesichert ist.

Beim Aufstellen wird die zugrunde liegende Dynamik eines Problems sichtbar gemacht, erlebt und geheilt. Hier nutzen wir auch den umgekehrten Weg, nämlich von der Individualität zur Gruppenseele: „Ordne und heile deine inneren Bilder, auf dass es dir gut gehe, dann wird es auch der Familie gut gehen.“ Denn auch die Familie lebt ihre Zugehörigkeit zum Einzelnen über Nachahmung aus. Wenn eine(r) aufbricht und ein krankes Muster heilt, haben die anderen Familienmitglieder eine gute Chance, sich an dem Geheilten zu orientieren.

Das Prinzip der Aufstellungsarbeit wird seit einigen Jahren ebenso für die Lösung von gruppendynamischen Prozessen von Organisationen, Firmen und Teams angewendet.